Eliodoro Sollima: Orchesterwerke
Brilliant Classics im Juli
Außerhalb Italiens ist der Komponist Eliodoro Sollima (1926–2000) bis heute kaum bekannt – im Gegensatz zu seinen fünf musikalisch erfolgreichen Kindern, allen voran der Cellist Giovanni Sollima.
Das umfangreichste Werk des Albums ist Attesa („Warten“), eine eindringliche siebensätzige Suite für Klavier, Hörner, Streicher und Schlagzeug. Inspiriert vom Schicksal eines 1997 im US-Bundesstaat Virginia hingerichteten Mannes, schildert Sollima in einer tonalen Tonsprache die Gedanken, Erinnerungen und Emotionen während der letzten Stunden eines zum Tode Verurteilten.
Zu den Weltersteinspielungen des Albums gehören die frühe Ouverture da camera (1948/50) und das Rondò burlesco (1951) für Klavier und Orchester, geprägt von kraftvollen, beinahe filmisch anmutenden Melodien. Auch das Concerto per archi von 1968 besitzt einen politischen Hintergrund und entstand unter dem Eindruck der Ermordung Robert Kennedys.
Zugleich blieb Sollima seinen sizilianischen Wurzeln eng verbunden. Werke wie Nenia e recitativo für Violoncello und Streicher greifen Elemente der sizilianischen Volksmusik auf und übertragen sie in eine zeitgenössische Tonsprache.
Das Album lädt damit zur Wiederentdeckung eines eigenständigen und bislang wenig bekannten Vertreters tonaler Musik des 20. Jahrhunderts ein.
